Seit November 2006 wurden im documenta Archiv sämtliche Fotos, Dias, Presseausschnitte der documenta 1 bis 5 sowie beispielhaft einige Videos der documenta 10 digitalisiert. Im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projektes "Mediencluster documenta und Gegenwartskunst" werden diese Materialien wissenschaftlich erschlossen und nach internationalen Standards erfasst. Eine Datenbank wird ab Dezember 2008 einen Web-Zugang zu diesen Medien ermöglichen, sie wird gleichzeitig die verschiedenen Prozesse, die für die Langzeitarchivierung erforderlich sind, übernehmen. Ein Folgeantrag für die Digitalisierung und Erschließung der documenta 6 bis 12 ist geplant.
Als Ergänzung zu diesem Projekt wird durch das von der Kulturstiftung des Bundes geförderten KUR-Projekts "mediaartbase.de" ein besonderes Augenmerk auf die Konservierung und Restaurierung der sehr gefährdeten Videos und Audios gelegt. Zusammen mit dem EMAF (European Media Art Festival), Osnabrück, dem ZKM (Zentrum für Medientechnologie), Karlsruhe sowie dem Kasseler Partner "Dokumentarfilm- und Videofest" werden in diesem 3-jährigen Pilotprojekt die besonders wertvollen eigenen Bestände digitalisiert.
Gleichzeitig soll mit diesem Pilotprojekt eine exemplarische Struktur geschaffen werden, die es kleineren Archiven anderer Institutionen ermöglicht, eigene Bestände kostengünstig aufzuarbeiten und sich an diese Struktur anzudocken bzw. diese auszubauen. Die Interoperabilität des Systems, also die Fähigkeit unabhängige und heterogene Systeme möglichst nahtlos zusammenzuführen, ist die zentrale technische Aufgabe des Projektes. Daher fließen beim Aufbau internationale Vorgaben und Empfehlungen in die Struktur ein, und mit flankierende Workshops zu den einzelnen Fachthemen wird weiteres Fachwissen in die Projektgestaltung einbezogen, um einen möglichst effizienten Aufbau und Verbund des Datenaustausches zu garantieren.